„Allegra! Cordial beinvégni a nossa fiasta rumantscha!“


Der gemeinnützige Verein Sprachencafé Buchs feierte das 80jahrige Bestehen der rätoromanischen Landessprache


Zehn verschiedene Sprachen werden von Moderatoren geleitet im Sprachencafé Buchs angeboten. An diesem speziellen Anlass war die rätoromanische Sprache im Fokus und im ganzen Seecafé Buchs konnte man die vierte Nationalsprache der Schweiz hören.


„Allegra, in cordial beinvégni a nossa fiasta rumantscha“ hiess es zur Begrüssung, nachdem der Chor maschadà Rumantsch Rezia Bassa bereits eine Kostprobe seines Könnens gegeben hatte. Der gemeinnützige Verein Sprachencafé Buchs wurde vorgestellt, welcher wöchentlich die Möglichkeit bietet, sich kostenlos und ungezwungen in einer Wahlsprache zu unterhalten, mit Unterstützung von muttersprachigen Moderatoren. Gesellige Abende sollen verbracht werden und die Möglichkeit bieten, neue Kontakte zu knüpfen.


Nach der Einführung durch das Sprachencafé Buchs übernahm Prof. Dr. Rico Valär - Professor für rätoromanische Sprache an der Universität Zürich - das Wort und verstand es, auf unterhaltsame Weise den anwesenden Gästen einen Einblick in die Geschichte der Rätoromanen zu geben. Mit historischen Fotografien unterlegt gab er einen wunderbaren Einblick in die Entstehung und die Entwicklung dieser Sprache und deren Bedeutung für die betroffenen Regionen. Mit der Spracherhaltungsbewegung im 19. Jahrhundert, der Gründung der Lia Rumantscha als Dachverband bis zur Anerkennung der vierten Nationalsprache im Jahr 1938, beschrieb der gebürtige Oberengadiner eine wichtige Epoche in der Sprachgeschichte des Rätoromanischen. In seinem Buch „Weder Italiener noch Deutsche!“ widmet er sich besonders dieser lebhaften Zeit. Interessant war ebenfalls, wie das Rätoromanische heute in der Gesellschaft integriert wird und welche Projekte dazu umgesetzt werden.


Dazu kam auch Johannes Flury, Präsident der Lia Rumantscha zu Wort und gab auf Rätoromanisch Einblick in den Verband und in die zukünftigen Pläne. In der anschliessenden Fragerunde zeigte sich das es wichtig ist die Sprache anzuwenden und genau das wird im Sprachencafé Buchs angeboten. Der heitere Abend wurde abgerundet mit selbstgemachten Capuns, welche von Teilnehmerinnen des Sprachencafé Buchs vorbereitet wurden. Ausserdem wurden dazu Bündnerplatten mit Käse, Fleisch und Brot angeboten. Genau richtig um ins Gespräch mit den Anwesenden zu kommen und sich in allen möglichen Sprachen zu unterhalten. Der Chor Rezia Bassa präsentierte weitere Lieder in Rätoromanisch und die Atmosphäre im Sprachencafé Buchs war ausserordentlich gemütlich. Mit Kaffee, Tee und einer selbstgemachten Bündner Nusstorte des Seecafé Buchs liess man den Abend zu Ende gehen. Zum Ausklang wurde mit dem Chor und den anwesenden Gästen das Lied „La sera sper il lag“ (Ein Abend am See) gesungen.


Das Sprachencafé Buchs findet jeweils Dienstagabend von 19.00-20.30 Uhr im Seecafé, St. Gallerstrasse 46, 9470 Buchs statt. Eintritt frei. Weitere Informationen www.sprachencafebuchs.ch


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